Klimaschutz mit Komfort verbinden – Energieeffiziente Gebäude selbst erleben – Passivhäuser drei Tage lang geöffnet

Foto: Finanzierung Hausbau © Pixabay.com.

(lifePR) ( Darmstadt, Oktober 20 ). Mehr Klimaschutz bei Gebäuden ist auch eine der Forderungen der Klimaaktivisten von Fridays for Future. Äußerst energieeffiziente Gebäude sind Teil der Lösung für mehr Klimaschutz. Wie wenig Energie Passivhäuser tatsächlich benötigen, das können Besucher bald wieder selbst erleben. Zu den Tagen der offenen Tür im Passivhaus laden Bewohner in diesem Jahr vom 8. bis zum 10. November zu sich nach Hause ein. Und das weltweit.

Erfahrungen aus erster Hand: Drei Tage lang öffnen Bewohner wieder ganz unkompliziert ihre Passivhäuser, damit sich Be-sucher vom niedrigen Energie-verbrauch sowie dem spürbaren Wohnkomfort selbst überzeugen können. Wenn in konventionellen Gebäuden meist schon länger die Heizung läuft, dann werden die Räume in Passivhäusern bei regulären Novembertemperatu-ren lediglich durch die Wärmerückgewinnung der Lüftungs-anlage sowie innere Wärme-gewinne aufgewärmt. Dazu gehören die Sonneneinstrahlung sowie die Abwärme von Personen und technischen Geräten.

Energie gar nicht erst benötigen
„Am effektivsten wird ja Energie eingespart, wenn sie gar nicht erst benötigt wird. Bei Passivhäusern ist diese Art von Klimaschutz zusätzlich mit hohem Wohnkomfort verbunden. Das wollen wir mit den Tagen der offenen Tür im Passivhaus zeigen. Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr wieder Bewohner auf der ganzen Welt ihre Passivhäuser dafür öffnen“, erläutert Sabine Stillfried von der Informations-Gemeinschaft Passivhaus in Darmstadt.

Breitflächiger Klimaschutz
Nur an sehr kalten Wintertagen ist in Passivhäusern eine zusätzliche Heizmöglichkeit vonnöten. Dadurch verbrauchen Passivhäuser wenig Energie und die Heizkosten sind gering. Immer mehr Bauherren legen bei ihrem Passivhaus auch Wert auf die Erzeugung erneuerbarer Energie am Gebäude. Sie nutzen den Strom dann beispielsweise für die Wärmepumpe. Gleichzeitig sind Passivhäuser im Sommer gegen Hitze gerüstet, da unter anderem die gute Dämmung die Wärme draußen hält. Dringend notwendiger Klimaschutz im Gebäudebereich ist so breitflächig umsetzbar.

Bunte Mischung
Eine Übersicht über die Passivhäuser, die vom 8. bis 10. November 2019 besichtigt werden können, gibt es unter www.passivhausprojekte.de. Bei einigen Häusern ist eine kurze Anmeldung erwünscht. Geöffnet sind überwiegend Wohngebäude, darunter auch Passivhäuser Plus und Premium, die erneuerbare Energie direkt am Gebäude erzeugen. Auch einige Verwaltungsgebäude, Hotels, kirchliche Einrichtungen, Schulen und Kindergärten laden zu einem Besuch ein.

Bauen für die nahe Zukunft
In der Europäischen Union müssen durch die Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie seit 2019 alle öffentlichen sowie ab 2021 alle privaten Gebäude den nearly-Zero-Energy-Standard (NZEB) erfüllen. Der Passivhaus-Standard erfüllt schon heute die Kriterien für diesen Niedrigst-energiestandard. Veranstaltet werden die Tage der offenen Tür im Passivhaus von der IG Passivhaus Deutschland, Passivhaus Austria sowie dem Internationalen Passivhaus-Netzwerk (iPHA). Die weltweite Veranstaltung findet in diesem Jahr bereits zum 16. Mal statt.

Allgemeine Informationen

Passivhäuser
Beim Passivhaus-Konzept wird der für Gebäude typische Wärmeverlust durch Wände, Dach und Fenster drastisch reduziert: u.a. durch eine hochwertige Wärmedämmung, eine luftdichte Gebäudehülle sowie Fenster mit dreifacher Verglasung. Die insgesamt fünf Grundprinzipien eines Passivhauses sorgen dafür, dass diese höchst energieeffizienten Gebäude ohne klassische Gebäudeheizung auskommen. „Passiv“ werden die Häuser genannt, da der größte Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen wie Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten gedeckt wird.

Da die Wärme im Haus verbleibt, muss nur an sehr kalten Tagen aktiv geheizt werden und es ist insgesamt nur wenig Energie für die Bereitstellung dieser Restwärme vonnöten. Im Sommer bewirkt die gute Dämmung, dass die Hitze draußen bleibt. Eine aktive Kühlung ist daher in Wohngebäuden in der Regel nicht nötig. Durch die niedrigen Energiekosten im Passivhaus sind die Nebenkosten kalkulierbar – eine Grundlage für bezahlbares Wohnen und sozialen Wohnungsbau. Ein Passivhaus verbraucht somit rund 90 Prozent weniger Heizwärme als ein bestehendes Gebäude und 75 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Neubau.

Passivhaus und NZEB
Der Passivhaus-Standard erfüllt die Anforderungen der Europäischen Union an Nearly Zero Energy Buildings. Laut der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD müssen die Mitgliedstaaten die Anforderungen an so genannte Fast-Nullenergiehäuser (NZEB) in ihren nationalen Bauvorschriften festlegen. Die Anforderungen der EU sind seit Januar 2019 für öffentliche Gebäude in Kraft und gelten für alle anderen Gebäude ab dem Jahr 2021.

Pionierprojekt
Das weltweit erste Passivhaus errichteten vier private Bauherren, darunter Dr. Wolfgang Feist, vor über 28 Jahren in Darmstadt-Kranichstein. Die Reihenhäuser gelten seit dem Einzug der Familien 1991 als Pionierprojekt für den Passivhaus-Standard. Das Pionier-Passivhaus nutzt mit seiner neuen Photovoltaikanlage nun erneuerbare Energie und erhielt das Zertifikat zum Passivhaus Plus.

Passivhaus und erneuerbare Energie
Der Passivhaus-Standard lässt sich gut mit der Erzeugung erneuerbarer Energie direkt am Gebäude kombinieren. Seit April 2015 gibt es für dieses Versorgungskonzept die neuen Gebäudeklassen „Plus“ und „Premium“.

Passivhäuser
Mittlerweile gibt es Passivhäuser für alle Nutzungsarten: Neben Wohn- und Bürogebäuden existieren auch Kitas und Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder und Fabriken als Passivhäuser. In Frankfurt am Main entsteht gerade die weltweit erste Passivhaus-Klinik. Das Interesse steigt stetig. Mit Blick auf den Ressourcenverbrauch der Industrieländer sowie den Klimaschutz setzen Kommunen, Unternehmen und Privatleute einen Neubau oder eine Sanierung zunehmend im Passivhaus-Standard um.

Passivhaus Institut
Das Passivhaus Institut mit Sitz in Darmstadt ist ein unabhängiges Forschungsinstitut zur hocheffizienten Nutzung von Energie bei Gebäuden. Das von Dr. Wolfgang Feist gegründete Institut belegt eine internationale Spitzen-position bei der Forschung und Entwicklung zum energieeffizienten Bauen. Dr. Wolfgang Feist erhielt unter anderem 2001 den DBU-Umweltpreis für die Entwicklung des Passivhaus-Konzepts.

Passivhaustagung
Das Passivhaus Institut richtete vom 9. bis 11. Oktober 2019 in Gaobeidian, China, die 23. Internationale Passivhaustagung aus. https://passivhaustagung.de/de/
Die 24. Internationale Passivhaustagung findet im Herbst 2020 in Berlin statt.

Firmenanschrift
Passivhaus Institut
Rheinstr. 44/46
64283 Darmstadt, de
+49 (6151) 82699-0
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