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Bauindustrie will Lockerung der Bauordnungen

Foto: Bagger (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie fordert eine Lockerung der Bauvorschriften, vorgeblich um Bauen und damit Wohnen in Deutschland günstiger zu machen. Das berichtet die „Bild“ (Mittwoch). „Um die Situation zu entschärfen, müssen enge Bauvorschriften gelockert werden. Die Kommunen brauchen mehr Freiraum, um Flächen für die Schaffung von Wohnraum nutzen zu können“, sagte Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V., der „Bild“. „Kostentreiber im Wohnungsbau finden sich vor allem in den insgesamt 16 Bauordnungen der Länder“, sagte Hübner weiter. In den Bauordnungen seien „zum Teil überzogene Vorschriften zu Stellplätzen, Dachbegrünungen, Lärmschutz, Barrierefreiheit und vielem mehr“.

Hübner kritisierte außerdem die Energieeinsparverordnung, die 2016 nochmals verschärft wurde. Diese hätte zu einem „enormen Kostenanstieg“ von rund sechs Prozent geführt.


 
 
 

Mieterbund fordert Mietpreisbremse für ganz Deutschland

Foto: Wohnungsanzeigen (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Mieterbund hält die von der Bundesregierung geplante Verschärfung der Mietpreisbremse für unzureichend. Angesichts immer weiter steigender Mieten auch in kleineren Städten müsste man „die Mietpreisbremse auf ganz Deutschland beziehen und nicht die Landesregierungen ermächtigen, die Gebiete selbst zu definieren“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbunds (DMB), Lukas Siebenkotten, der „Welt“. „Wie wir aus Urteilen wissen, wurde das in mehreren Bundesländern bisher mehr schlecht als recht gemacht“, so Siebenkotten.

Zuletzt hatte das Landgericht Frankfurt die Mietpreisbremse in Hessen für nicht rechtskräftig erklärt. Das Land habe die Rechtsverordnung nicht ordnungsgemäß begründet, entschied die Kammer im März. Es fehle eine ausführliche Begründung dafür, wieso die 16 Kommunen in Hessen, in denen die Preisbremse gilt, einen angespannten Wohnungsmarkt haben sollten.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Bundesregierung plant lediglich eine leichte Verschärfung: Künftig sollen Vermieter die Höhe der bisherigen Vormiete offenlegen. Damit können neue Mieter feststellen, ob Vermieter die Preisgrenze zehn Prozent oberhalb der örtlichen Vergleichsmiete einhalten oder ob sie vom Bestandsschutz für die bisher gezahlte Miete Gebrauch machen.

Dem „Welt“-Bericht zufolge soll eine Pflicht zur Auskunft allerdings nur dann bestehen, wenn sich die Vermieter explizit auf eine höhere Vormiete berufen. Mieterbund-Direktor Siebenkotten hält diese Regel dem Bericht zufolge deshalb nur für einen „kleinen Fortschritt“: „Es ändert sich tatsächlich nur wenig“, sagte Siebenkotten. Auch den von der Koalition geplanten Mietendeckel hält Siebenkotten für unzureichend.

Geplant ist eine maximale Erhöhung von drei Euro pro Quadratmeter. „Wenn jemand bisher 5,80 Euro pro Quadratmeter kalt zahlt, was durchaus noch häufig der Fall ist, ist eine Erhöhung um drei Euro pro Quadratmeter nicht zumutbar“, so Siebenkotten in der „Welt“. „Wenn man hier wirklich dämpfend wirken will, muss man als Höchstgrenze 1,50 pro Quadratmeter festlegen“, sagte der DMB-Direktor. Bundesverbraucherministerin Katarina Barley (SPD) hatte am Dienstag angekündigt, Nachbesserungen bei der Mietpreisbremse rasch auf den Weg bringen zu wollen.


 
 
 

FDP-Chef Lindner kritisiert Bürokratie im Baubereich

Foto: Bauarbeiter (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert weniger Bürokratie für die Baubranche. „Die staatlich getriebenen Baukosten sind ein ernsthaftes Problem“, sagte er der „Bild“ (Mittwoch). „Schuld sind bürokratische Standards, die 15 Prozent höhere Kosten verursachen. Diese Bürokratie muss weg“, forderte Lindner. Sein Vorschlag: ein Baukosten-TÜV. „Denn günstiger Bauen heißt auch günstiger Wohnen.“ Die FDP-Fraktion wird diese Woche einen entsprechenden Antrag zum Abbau von Bürokratie im Wohnungsbau im Bundestag einbringen.


 
 
 

Wohnungsbau in der Hauptstadt stagniert

Foto: Dächer von Berlin-Kreuzberg (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gesteht eine Stagnation beim Bau von Wohnungen in der Hauptstadt ein. „Wir haben um die 25.000 Genehmigungen und um die 15.000 Fertigstellungen pro Jahr. Die Zahlen stagnieren, stimmt“, sagte Müller der „Welt“.

Als Gründe führte er an, dass es schwierig sei, Mitarbeiter für die Verwaltung zu gewinnen und viele Firmen bei den Aufträgen kaum noch hinterherkämen. Zudem würden die Flächen knapper. Müller kündigte an, dass man in Zukunft höher und dichter bauen müsse.

„Dazu brauchen wir auch einen Mentalitätswandel bei den Bürgern. Wir haben 85 Prozent Mieter in Berlin, die am liebsten in Häusern in Traufhöhe wohnen. Sie müssen sich daran gewöhnen, dass sich in ihrer Nachbarschaft sichtbar etwas verändert“, sagte der Regierende Bürgermeister.

Müller bekräftige, dass es keine No-go-Areas in Berlin gebe. Er erläuterte: „No-go-Area heißt: Es gibt Bereiche, in die man sich zu keiner Tages- und Nachtzeit hineintraut, weil man um Leib und Leben fürchten muss. Das haben wir in Berlin nicht“, sagte er.

Wie in jeder anderen Millionenstadt gebe es aber Gegenden, in denen man sich zu später Stunde lieber ein Taxi nimmt, als alleine zu Fuß unterwegs zu sein. Zum offenbar antisemitisch motivierten Angriff auf einen Israeli in dieser Woche sagte Müller: „Ich muss mit Abscheu feststellen, dass antisemitisch motivierte Taten in Berlin zugenommen haben. Aber ich bin nicht bereit, es hinzunehmen.“ Zur Debatte um Hartz IV sagte Müller: „Seit den Hartz-IV-Reformen hat sich in der Bevölkerung ein Grundmisstrauen gegen die etablierte Politik entwickelt.“ Die Reformen seien zwar von einem SPD-Kanzler initiiert worden, die Grünen hätten sie jedoch mitbeschlossen und Union und FDP aus Überzeugung mitgetragen. „Das heißt, diese Parteien sind diesen Reformweg gemeinsam gegangen. Und ihnen schlägt – wie man an den Wahlergebnissen sieht – ein immer vehementeres Misstrauen entgegen“, sagte Müller der „Welt“.


 
 
 

Verschärfte Mietpreisbremse soll noch dieses Jahr kommen

Foto: "Gegen Miete"-Graffiti an einer Hauswand in Berlin-Neukölln (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Justizministerin Katarina Barley hat rasche Korrekturen an der Mietpreisbremse zugesagt. „Wir wollen die Mietpreisbremse deutlich schärfer stellen. Das neue Gesetz soll noch in diesem Jahr in Kraft treten“, sagte sie SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

„Wir werden es den Mietern ermöglichen, durch die Auskunftspflicht für Vermieter die Vormiete zu erfahren. So bekommen sie endlich ein Instrument an die Hand, um bei den schwarzen Schafen unter den Vermietern Einspruch einzulegen.“ Außerdem werde sichergestellt, dass Modernisierungen nicht mehr so stark auf die Mietpreise durchschlagen, so die Ministerin.

„Wer modernisiert, um Mieter loszuwerden, darf damit nicht ungeschoren davon kommen und muss auch entsprechend belangt werden können.“ Barley trat zugleich Bedenken beim Koalitionspartner Union entgegen, die geplante Musterfeststellungsklage könnte sich auswirken wie Sammelklagen in den USA. „Diese Befürchtungen sind wirklich unbegründet. Wir haben hier klare Leitplanken eingezogen, die eine Klageindustrie verhindern“, sagte sie. Die Ministerin rief die Union dazu auf, ihren Widerstand gegen den Gesetzentwurf zur Musterfeststellungsklage aufzugeben. „Die Zeit drängt – gerade mit Blick auf den VW-Diesel-Skandal. Die Ansprüche verjähren“, sagte sie. „Die Musterfeststellungsklage soll spätestens zum 1. November in Kraft treten. Die Geschädigten dürfen am Ende nicht die Dummen sein.“ Das Konzept sehe vor, dass nicht einzelne Bürger klagen müssten, sondern ein klagebefugter Verband. „Das können die Verbraucherzentralen sein oder bei Mietfragen auch der Mieterbund“, sagte Barley. „Für Geschädigte, die sich bei einem Verfahren anmelden, entstehen keine Kosten.“


 
 
 

Immobilienfirma Hiag steigert Liegenschaftsertrag und Gewinn

Die Immobiliengesellschaft Hiag hat im Geschäftsjahr 2017 einen höheren Liegenschaftsertrag und markant mehr Gewinn erwirtschaftet.

Dabei profitierte die Basler Firma vor allem von Neubewertungen durch neu abgeschlossene langfristige Mietverträge.

Den Liegenschaftsertrag steigerte Hiag um 6,5 Prozent auf 55,8 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Neubewertungen stiegen von 20 Millionen Franken im Vorjahr auf 33,3 Millionen Franken. Auch der Verkauf einer Papiermaschine in Biberist SO wirkte sich mit 7,1 Millionen Franken positiv auf das Ergebnis aus.

Damit habe der negative Ergebnisbeitrag von 4,3 Millionen Franken der sich im Aufbau befindenden Hiag Data mehr als kompensiert werden können, heisst es in der Mitteilung. Die Immobilienfirma hatte mit der IT-Infrastrukturplattform ihr Geschäftsfeld in der zweiten Jahreshälfte 2016 erweitert.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) erhöhte sich nach 56,0 Millionen Franken im Vorjahr auf 73,1 Millionen Franken. Der Reingewinn belief sich auf 57,5 Millionen Franken. Das entspricht einem Plus von 23,9 Prozent. Die Aktionäre sollen in den Genuss einer um 20 Rappen auf 3,80 Franken höheren Dividende kommen.

Insgesamt wurde die Leerstandsquote im Geschäftsjahr 2017 von 15,3 auf 14,3 Prozent gesenkt. Am Stichtag bestand das gesamte Immobilienportfolio aus 111 Liegenschaften mit einer Bewertung von 1,28 Milliarden Franken.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Hiag zuversichtlich. Das Unternehmen rechnet erneut mit einem guten Jahr und strebt eine weitere Steigerung des Liegenschaftsertrags an.

(SDA)


 
 
 

Immobilienfirma Godewind gelingt der Sprung an die Börse

Die Aktienplatzierung bringt Godewind einen Erlös von 375 Millionen Euro – der Immobilienkonzern hatte sich allerdings mehr erhofft.

Frankfurt. Die Immobilienfirma Godewind schafft es mit Abstrichen an die Frankfurter Börse. Fast 94 Millionen Aktien seien zu je vier Euro platziert worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit brachte der Börsengang 375 Millionen Euro ein. Ursprünglich hatte Godewind auf einen Erlös von bis zu 550 Millionen Euro gehofft.

Die bislang vom Investor Karl Ehlerding und seiner Familie kontrollierte Firma war erst vor kurzem ins Immobiliengeschäft eingestiegen und will das Geld aus dem Börsengang vor allem in Büroimmobilien investieren. Mittelfristig soll ein Immobilienportfolio im Wert von drei Milliarden Euro entstehen. Das Börsendebüt ist für den 5. April geplant.

Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Verlust von gut einer halben Million Euro schrieb, wird bei dem Börsengang mit 435 Millionen Euro bewertet. Vorstand- und Aufsichtsratsmitglieder hatten nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Woche zugesagt, Aktien für 60 Millionen Euro zu kaufen – ursprünglich wollten sie nur 50 Millionen investieren. Die Einnahmen aus dem Börsengang fließen allein Godewind zu, die Beteiligung von Ehlerding sinkt kräftig.

Godewind wurde 2001 gegründet, um mit Aktien von Holding- und Immobiliengesellschaften zu handeln. Erst 2017 wurde die Satzung geändert, um Godewind den Erwerb von Gewerbeimmobilien zu ermöglichen. Damit mischt Ehlerding erneut im Immobiliengeschäft mit, nachdem die von ihm gegründete WCM Immobilien 2017 für rund 450 Millionen Euro an den Berliner Gewerbeimmobilien-Investor TLG verkauft wurde.

Ehlerding und seine Familie hielten vor dem Verkauf an TLG zusammen 14 Prozent an der 2006 pleite gegangenen und 2014 wieder belebten WCM. Anfang der 2000er-Jahre hatte sich WCM – damals noch ein Beteiligungskonzern – mit der versuchten Übernahme der Commerzbank verhoben.


 
 
 

Hechler und Twachtmann liegt vorn – Ausgezeichnete Immobilienfirma

Stuhr/Bremen. Das Hamburger Marktforschungsunternehmen Statista hat den Immobilien Atlas 2018 für das Nachrichtenmagazin Focus Spezial erstellt und unter anderem erneut die 1000 besten Wohn-Immobilienmakler und erstmals in diesem Jahr die 200 besten Gewerbe-Immobilienmakler Deutschlands ermittelt. Schon zum sechsten Mal in Folge zählt laut Focus Spezial (Ausgabe April/Mai 2018) die in Stuhr und Bremen ansässige Immobilienfirma Hechler und Twachtmann Immobilien GmbH zu den besten Immobilienmaklern Deutschlands, und das sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebereich – sowie als einziger Makler im Landkreis Diepholz.

Eine Million Daten

Die Analyse der Wohnlagen basiert zum einen auf über einer Million Daten von Immobilienscout 24, der größten Online-Plattform in diesem Bereich, zum anderen auf Vor-Ort-Recherchen der Focus-Redakteure. Auch wurden Erhebungen von Gutachterausschüssen, Universitäten und Forschungsinstituten berücksichtigt. Das Ergebnis ist Deutschlands größter Immobilien-Atlas, aufgeteilt nach den Regionen Nord, Süd, West und Ost.

Für den richtigen Weg zur Immobilie listet Focus zudem Deutschlands Top-Makler auf. Basis der Erhebungen sind insbesondere Kollegenempfehlungen. Dazu wurden über 13 000 Makler – Kunden bei Immobilienscout 24 und Mitglieder des lmmobilienverbands Deutschlands IVD – befragt, welche Kollegen sie ihren Kunden empfehlen würden. Darüber hinaus wurden die Kundenbewertungen bei Immobilienscout 24 berücksichtigt. Die Makler mit den besten Bewertungen erhalten die Auszeichnung „Top-lmmobilienmakler 2018“ oder „Top-Gewerbe-Makler 2018“.

Transparente Arbeitsweise

„Da dieser Bewertung eine große Datenmenge zugrunde liegt und diese ausschließlich aus dem Kundenbereich und von Maklerkollegen stammt, erfüllt uns diese Auszeichnung mit besonderem Stolz“, freut sich Gisela Hechler, Mitgeschäftsführerin der Firma Hechler und Twachtmann Immobilien. „Wir und unser gesamtes Team freuen uns sehr über diese erneute Auszeichnung und die damit verbundene Wertschätzung unserer Leistung. Wir sagen allen Beteiligten ein ganz herzliches Dankeschön und versprechen, auch künftig uns im Sinne unserer Kunden weiterzuentwickeln.“

Volker Twachtmann, Mitinhaber von Hechler und Twachtmann Immobilien, sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass dieses herausragende Ergebnis der Erfolg unserer strukturierten und transparenten Arbeitsweise ist, die sich an den Interessen unserer Kunden und Auftraggeber orientiert. Wir bedanken uns bei allen Kunden und Partnern sowie bei unserem hervorragenden Team.“


 
 
 

Mit der Schenkung einer Immobilie lässt sich die Erbschaftssteuer umgehen

Eine eigene Immobilie ist für viele Menschen ein Lebenstraum, der nach dem Tod an die Kinder vererbt wird. Das Problem: Der Fiskus fordert davon einen Anteil. Was Sie beim Vererben und Verschenken von vermieteten Immobilien beachten müssen.

Kinder und Ehepartner erben selbstgenutzte Immobilien komplett steuerfrei, wenn diese danach mindestens zehn Jahre weiter bewohnt werden. Dabei spielt der Verkehrswert der Immobilie keine Rolle. Bei Kindern beschränkt sich diese Regelung allerdings auf eine Wohnfläche von 200 Quadratmeter. Diese Steuerfreiheit gilt aber nur im Erbfall und nicht beim Verschenken der Immobilie zu Lebzeiten.
Mietobjekte vererben

Soll eine vermietete Immobilie vererbt werden, kommen die Erben nicht ganz so gut davon. Die Steuerlast errechnet sich dann aus dem Verkehrswert der Immobilie. Bei Mietobjekten nimmt das Finanzamt allerdings einen Bewertungsabschlag von zehn Prozent des Verkehrswertes vor. Der Bewertungsabschlag wird nicht gewährt, wenn das Immobilienvermögen zu einem begünstigten Betriebsvermögen oder zu einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft gehört.

Der Steuerfreibetrag richtet sich nach dem Grad der Verwandtschaft. Ehepartnern steht ein Steuerfreibetrag von 500.000 Euro zu, den Kindern von 400.000 Euro. Auch Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind, erhalten den Steuerfreibetrag von 400.000 Euro; Enkel, deren Eltern noch leben, erben nur bis 200.000 Euro Wert steuerfrei. Eltern und Großeltern haben einen Freibetrag von 100.000 Euro. Geschwistern, Neffen, geschiedene Partnern, Stief- und Schwiegereltern steht wie allen übrigen Personen nur ein Steuerfreibetrag von 20.000 Euro zu.

Mietobjekte verschenken

Es kann durchaus Vorteile haben, mit dem Erben und Vererben nicht bis zum unausweichlichen Ende zu warten, sondern Immobilien schon zu Lebzeiten zu verschenken. Zwar sind Schenkung und Erbe gesetzlich gleich geregelt. Bei Schenkungen können die Freibeträge   jedoch mehrfach im Abstand von zehn Jahren genutzt werden.

So können Vater und Mutter jedem Kind Immobilien im Wert von jeweils 400.000 Euro – also insgesamt 800.000 Euro – steuerfrei schenken. Nach zehn Jahren kann dieses Prozedere wiederholt werden. Diese Möglichkeit führt, besonders bei großem Vermögen, zu erheblicher Steuerersparnis. Eine Schenkung kann außerdem so gestaltet werden, dass der Schenkende seine Rechte am Objekt behält.

Wohnungsunternehmen vererben

Je mehr man zu vererben hat, desto nachsichtiger ist offensichtlich der Fiskus. Für Wohnungsunternehmen, deren Hauptzweck des Betriebs die Vermietung von Wohnungen ist, und die für die Erfüllung dieses Zwecks einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb im Sinne des § 14 AO benötigen, kann sogar die Verschonung für Betriebsvermögen in Betracht kommen.

Unzumutbare Steuern

In Folge eines Erbes müssen unter Umständen plötzlich hohe Steuern gezahlt werden. Hat der Erbe keine liquiden Mittel zur Verfügung, kann er die Immobilie meist trotzdem behalten. Das Finanzamt stundet bei einer vermieteten Immobilie die darauf entfallende Erbschaftssteuer bis zu 10 Jahre. Wird die Immobilie selbst bewohnt, erfolgt die Stundung für die gesamte Wohnzeit – und das zinsfrei, wenn die Immobilie nicht geschenkt, sondern geerbt wurde. Erst wenn der Erbe die Immobilie verkauft, wird die Steuerabgabe fällig.

Zur Person

Tobias Klingelhöfer ist Rechtsanwalt und seit vielen Jahren als Rechtsexperte für die ARAG tätig. Als Gastkolumnist für FOCUS Online informiert er Verbraucher über ihre Rechte und Pflichten in verschiedenen Lebenssituationen.


 
 
 

In diesen Städten werden die höchsten Baukredite angefragt

Mit den steigenden Immobilienpreisen wächst auch der Finanzierungsbedarf. Je nach Lage der begehrten Immobilie werden ganz unterschiedliche Darlehen benötigt. So finanzieren die Deutschen ihr Eigenheim.

Düsseldorf. Wer ein Eigenheim finanzieren muss, ist zumeist auf ein Bankdarlehen angewiesen. Wie hoch dieses ausfällt, hängt maßgeblich vom Standort der begehrten Immobilie ab. In einer Studie hat das Onlineportal Check24 die Kreditanfragen von Bauherren deutschlandweit ausgewertet. Einige klare Tendenzen lassen sich ablesen.

So steigen etwa mit der Einwohnerzahl auch die Darlehenssummen. In Metropolen ist der Kreditbedarf am höchsten – und die zu finanzierende Wohnfläche am kleinsten. Je kleiner die Gemeinde, desto mehr Einfamilienhäuser werden gekauft: 77 Prozent des Wohneigentums besteht aus Eigenheimen, wenn die Bewohnerschaft unter 100.000 liegt. Steigt die Einwohnerzahl über eine Million, sinkt der Wert auf 52 Prozent und Eigentumswohnungen gewinnen an Bedeutung.

Während Immobiliendarlehen im Bundesdurchschnitt etwa 262.000 Euro für 146 Quadratmeter Wohnfläche betragen, liegen die Werte in Deutschlands Großstädten teils weit davon entfernt. In deutschen Metropolen ist der Kreditbedarf am höchsten, aber auch weniger kosmopolitische Städte finden sich im Ranking. Das sind die Städte mit dem höchsten Kreditbedarf. (Quelle: Check24)

Platz 10: Leipzig

Im Vergleich der zehn größten deutschen Städte eröffnet Leipzig mit der drittgrößten Wohnfläche und dem niedrigsten Kreditbedarf das Ranking. 237.000 Euro benötigen die Sachsen für Eigentumswohnung oder Haus. Durchschnittlich 143 Quadratmeter Wohnfläche können mit diesem Darlehen finanziert werden.

Platz 9: Dortmund

243.000 Euro Kredit beantragt der Bauwillige in Dortmund. Dafür bekommt er aber auch viel: Bis zu 150 Quadratmeter sind Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung in der Ruhrgebietsstadt groß. Der Anteil der Eigenheime ist hier auch am höchsten: 70 Prozent der Dortmunder können es sich leisten. Ungleich unbeliebter sind Eigentumswohnung – mit 30 Prozent der geringste Wert im Ranking.

Platz 8: Essen

Wer in die grüne Hauptstadt Europas ziehen möchte, beantragt für den Hausbau 263.000 Euro Darlehen. Dafür bekommt man in Essen die großzügigste Wohnfläche bundesweit: Auf rund 157 Quadratmetern wohnen Essener.

Platz 7: Berlin

„Berlin, du bist so wunderbar“ – so wird es nicht nur musikalisch besungen, auch tatsächlich strömen Berlin-Liebhaber aus der ganzen Welt in die Hauptstadt. Für ein Eigenheim benötigt man hier 283.000 Euro Kredit. Weil Berlin immer voller wird, muss man sich allerdings mit der zweitkleinsten Wohnfläche begnügen. Auf 119 Quadratmetern wohnt es sich in der Metropole, in 47 Prozent der Fälle und dabei deutschlandweit am häufigsten sind dies Wohnungen. Damit setzt sich die Hauptstadt an die Spitzenposition im Deutschlandvergleich.

Platz 6: Düsseldorf

Rund 20.000 Euro mehr Kredit benötigt man in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. 304.000 Euro gewähren Banken hier im Durchschnitt für die Finanzierung eines Eigenheims. Diese investieren Düsseldorfer ebenfalls häufiger in Eigentumswohnungen als in Häuser (47 gegenüber 53 Prozent). Mit 133 Quadratmetern Wohnfläche liegt die Kunst- und Modestadt damit weit hinter dem NRW-Durchschnitt (150 Quadratmeter).

Platz 5: Köln

Mit 305.000 Euro finanziert ein durchschnittlicher Kölner Käufer sein Eigenheim. 52 Prozent der Erwerber bauen oder kaufen ein Haus, 48 Prozent eine Wohnung. In der Domstadt ist die durchschnittliche Immobilie 128 Quadratmeter groß.

Platz 4: Stuttgart

Stuttgart wird immer beliebter, und das schlägt sich auch in den Immobilienpreisen nieder. Wer in Stuttgart ein Eigenheim bauen will, benötigt die vierthöchste Kreditsumme Deutschlands: Mit 330.000 Euro veranschlagen Stuttgarter im Schnitt ihr Bauvorhaben. Im Ländervergleich landet Baden-Württemberg insgesamt ebenfalls auf einem Spitzenplatz, gleich hinter Bayern und Hamburg. Bei 296.305 Euro angefragtem Kreditbedarf benötigen Bundesbürger im Süden durchschnittlich knapp 30.000 Euro weniger als in der Landeshauptstadt.

Platz 3: Hamburg

Hamburg ist hip – und leider nicht ganz günstig. Ganz Deutschland schwärmt von „der Perle“ im Norden. Wer seinen Traum vom Wohnen in der Hansestadt verwirklichen will, benötigt mit 333.000 Euro die dritthöchste Kreditsumme und damit fast doppelt soviel wie im günstigsten Bundesland Sachsen-Anhalt (etwa 170.000 Euro). Der Freistaat landet damit im Ländervergleich auf dem ersten Platz.

Platz 2: Frankfurt am Main

Den zweithöchsten Betrag beantragen für die Immobilienfinanzierung Einwohner der Finanzmetropole Frankfurt am Main. 365.000 Euro benötigen Frankfurter für ihr Bauvorhaben im Schatten der Europäischen Zentralbank, bei dem es sich in 57 Prozent der Fälle um Eigentumswohnungen handelt. 126 Quadratmeter Wohnfläche bekommt man dafür in Goethes Geburtsstadt. Neben Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin liegt auch Hessen hinsichtlich der Kreditsummen über dem Bundesdurchschnitt.

Platz 1: München

Kaum noch leere Baugrundstücke führen im dicht besiedelten München zu hohen Grundstückspreisen. Wer auf Massenwohnungsbesichtigungen verzichten will und sich für ein Eigenheim entscheidet, muss tief in die Tasche greifen – und eine kulante Bank haben. Münchner benötigen mit durchschnittlich 430.000 Euro die höchsten Kreditsummen. Damit liegt der Kreditbedarf fast 200.000 Euro höher als in Leipzig.

Dafür bekommt man die geringste Wohnfläche deutschlandweit: in der bayerischen Landeshauptstadt muss man es sich auf 116 Quadratmetern bequem machen. Ein Grund dafür: Zwei Drittel der Finanzierungsanfragen entfallen auf
Eigentumswohnungen, nur ein Drittel auf Häuser.

Im Rest des Bundeslandes ist es zwar wesentlich günstiger (318.000 Euro Kreditbedarf); im Vergleich der Bundesländer landet Bayern aber ebenfalls weit vorne auf dem zweiten Platz.
Kleinste Kreditsummen

Mit keiner einzigen Stadt ist Sachsen-Anhalt im Ranking vertreten, denn dort finanziert es sich besonders günstig. Rund 170.000 Euro fragen die Einwohner dort bei ihrer Bank an. Der Anteil der Eigentumswohnungen liegt hier mit neun Prozent am geringsten; 91 Prozent wohnen in Häusern.


 
 
 
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